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Bulgarien, Malta, Belgien A, Rumänien und Andorra – alles
Teams, die gewöhnlicherweise in der Gruppe A spielten. Doch
die österreichischen Frauen gingen unbefangen an diese
Herausforderung, mit dem Ziel, ihr Spiel zu spielen und sich
nicht verunsichern zu lassen. Der erste Gegner war
Bulgarien. Es war schwer für Österreich, ihr Spiel zu finden.
Viele Ball Handling Fehler und zuviel Nervosität führten zum
ersten Gegentry der Bulgaren, und mit einem Rückstand von
0-7 gingen die Frauen in die Halbzeit. In der zweiten
Spielhälfte gelang Österreich ein schneller Try, der das
gesamte Team regelrecht aufweckte und das Spiel umdrehte.
Die Mannschaft spielte wie ausgewechselt, es gelangen die
einzelnen Spielzüge und die Verteidigungsleistung stieg. Die
Bulgarinnen konnten keine Punkte mehr verbuchen. Mit 2
weiteren Tries und insgesamt 2 erfolgreichen Conversions
gewann Team Österreich mit 19-7 Punkten. Das erste Spiel war
gewonnen.
Der nächste Gegner war Malta. Österreich spielte dieses Mal
von Anfang an entsprechend ihrem Können. Eine starke Defence-line
machte es den Malteserinnen sehr schwer, durchzubrechen.
Beiden Seiten gelang jeweils ein Try, doch Österreich konnte
die Conversion erfolgreich abschließen, und gewann daher das
heiss umkämpfte Spiel mit einem knappen 7-5.
Im dritten Spiel traf das Team in Rot auf Belgien A (im Pool
A gab es aufgrund von Litauens Ausfall eine Belgien B
Mannschaft, die dankenswerter Weise eingesprungen ist).
Gegen die stark aufspielenden Belgierinnen fand Österreich
jedoch kein Rezept, um in ihr Spiel zu finden. Mit einem
enttäuschenden 0-15 Endstand war die dritte Begegnung
beendet. Doch Coach Renée Carmine-Jones sprach dem Team in
der Pause Mut zu und versuchte den Spirit zu heben.
Das letzte Spiel an diesem Tag war gegen Rumänien. Die erste
Halbzeit begann relativ ausgeglichen und endete mit einem
Gleichstand (7-7). Team Österreich wollte unbedingt gewinnen,
es stand vieles auf dem Spiel und die Rumäninnen waren nicht
so stark. Jedoch gelang es den Österreicherinnen nicht, dem
Druck stand zu halten. Mit zu vielen Eigenfehlern und 2
verletzten Stammspielern aus dem Spiel, machten sich die
Spielerinnen selbst das Leben schwer. Rumänien ging mit
einem Spielstand von 7-17 als Gewinner vom Platz. Die
österreichischen Frauen waren sehr enttäuscht von ihrer
Leistung und fuhren ins Hotel zurück, wo die Energiereserven
wieder aufgetankt, viel relaxt, und die müden Muskeln in
einem Eisbad wiederbelebt wurden.
Das erste Spiel am nächsten Tag war sogleich das letzte
Poolspiel. Österreich traf auf Andorra. Ein Sieg würde das
erklärte Ziel Gruppenerhalt in der A Gruppe determinieren.
Mit diesem Wissen und dem Gewissen vom Spiel gegen Rumänien
im Kopf ging die österreichische National 7’s auf den Platz.
Durch eine schnelle Interception gleich zu Beginn des Spiels
schaffte Österreich einen raschen Try, der sogleich
verwertet wurde. Diese Aktion brachte die Frauen auf
Hochtouren, und sie spielten entfesseltes 7’s Rugby. Die
Verteidigungsleistung stimmte, jeder Durchbruch des Gegners
konnte gleich wieder unterbunden werden. Im Angriff
funktionierten dieses Mal einige schöne Spielzüge und
brachte insgesamt 4 Tries und 2 verwertete Conversions. Mit
einem klaren 24-0 Endstand am Scoreboard landete Österreich
im Pool B den 4. Platz und konnte sich somit mindestens
Platz 8 sichern. Der Klassenerhalt war gesichert! Aber die
österreichischen Frauen, ihr Coach und ihr Manager waren
überzeugt, dass mit diesem Team mehr möglich ist und gaben
sich mit Platz 8 nicht zufrieden. Das neue Ziel war nun das
Gewinnen des Kreuzspiels und des Finales um Platz 5.
Der Gegner im Kreuzspiel war ein altbekannter: Israel.
Nachdem Österreich im vorigen Jahr die letzte Begegnung
enttäuschend verlor, wollte die Mannschaft unbedingt „Rache“
und ihr verpatztes Spiel wieder gut machen. Mit dieser
Motivation im Rücken spielten die österreichischen Frauen
eines ihrer schönsten Rugbyspiele an diesem Tag. Die
israelischen Angriffe wurden gut von der Mannschaft,
spätestens durch den Sweeper abgewehrt. Der Ball konnte oft
von den in Rot spielenden wiedererobert werden. Der Angriff
über die Seite gelang zweimal, ein schnell gespielter
Penalty brachte den 3. Try. Österreich konnte in diesem
Spiel insgesamt 4x den Ball über die Linie bringen und 2
Punkte zusätzlich über eine Conversion verbuchen. Nachdem
den Gegnerinnen keine Chance auf einen Punkt gegeben wurde,
endete diese Begegnung mit einem klaren 22-0.
Nun stand Österreich im Plate Finale um Platz 5. Platz 6 war
bereits gesichert. Der letzte Gegner in dieser
Europameisterschaft hieß Belgien B, die ihr Kreuzspiel gegen
Rumänien gewann. In ihrem letzten Spiel wollte die
österreichische National 7’s noch einmal alles geben. Das
Finalspiel dauerte 20 Minuten mit je einer 10 Minuten Hälfte.
Anfänglich war dieses Match recht ausgeglichen. Einem 1. Try
von Österreich gelang ein Gegentry der Belgierinnen durch
einen Lauf über die Aussenseite. Durch einen 2. Try gingen
die „Roten“ mit einer Führung in die Halbzeit. Der Sieg war
möglich und man konnte dem Team ansehen, dass sie ihn
unbedingt wollten. Die 2. Halbzeit startete mit einem
weiteren österreichischen Try. Obwohl die Belgierinnen noch
mal durchbrechen und scoren konnten, war die österreichische
Antwort darauf ein starker, langer Lauf über den gesamten
Pitch zum 4. und letzten Try. Mit einem Endstand von 24-10
wurde Belgien B besiegt und der sensationelle 5. Platz
erreicht.
Dieser Erfolg ist einer starken Mannschaftsleistung zu
verdanken. Eine Mannschaft aus Spielern, Subs, Coach,
Manager, Family und Friends. Coach Renée Carmine-Jones hat
das Team optimal vorbereitet und durch das Turnier und die
gesamte Saison geführt. Manager Constantin Carmine hat eine
organisatorische Meisterleistung geschafft, um „seinen“
Mädels das Beste vom Besten bieten zu können. Sponsoren
Trelleborg und Vulcan haben finanziell unterstützt, wo
möglich. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Die
Spielerinnen konnten sich voll und ganz auf das Spielen
konzentrieren. Eltern und Freunde kamen zur Unterstützung
mit und waren ein großer Bestandteil. Und auch die
Spielerinnen, die nicht in der Nationalmannschaft waren,
aber stetig zum Training kamen, um den Nationalspielerinnen
eine optimale Trainingseinheit bieten zu können. Danke an
alle, die geholfen und unterstützt haben!
Diese EM war eine großartige Erfahrung mit einem
sensationellen Ergebnis: Rang 5 bringt den 15. Rang in der
Europarangliste. Das mit Abstand beste Ranking einer
Nationalmannschaft in der österreichischen Rugbygeschichte!
Eva Weissenböck
Captain
Frauen National Team
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